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Disaster Recovery Guide für Raspberry Pi mit rclone und Google Drive

admin
3 min Lesezeit
Disaster Recovery Guide für Raspberry Pi mit rclone und Google Drive

Einleitung

Ein Hardwaredefekt oder eine korrupte SD-Karte am Raspberry Pi führt ohne Vorsorge zum totalen Datenverlust kritischer Dienste. Ziel dieses Tutorials ist die Implementierung einer automatisierten Backup-Strategie, die Konfigurationen verschlüsselt in Google Drive sichert und im Ernstfall schnell wiederherstellt.

  • Frisch installiertes Raspberry Pi OS (bei Recovery).
  • Google Account für Cloud-Speicher.
  • rclone Paket auf dem Pi und dem Arbeits-PC (Windows/Mac).
  • Sudo-Rechte auf dem System.

Überblick

  • Anbindung von Google Drive via Headless-Authentifizierung.
  • Automatisierte Sicherung von Homebridge, Matter, NetBird und Aviation-Diensten.
  • Retention-Management: Löschung von Backups älter als 90 Tage.
  • Vollständiger Restore-Workflow nach SD-Karten-Verlust.

Schritt-für-Schritt: Backup-Einrichtung

  1. rclone Google Drive Setup: Führen Sie auf dem Pi rclone config aus. Wählen Sie ’n‘ (New Remote), Name: ‚gdrive‘, Typ: ‚drive‘. Lassen Sie IDs/Secrets leer. Wählen Sie Scope ‚1‘. Bei der Frage ‚Use auto config?‘ wählen Sie ’n‘. Kopieren Sie den vom Pi ausgegebenen Befehl (rclone authorize "drive" "..."). Führen Sie genau diesen Befehl an Ihrem Arbeits-PC (Windows/Mac) im Terminal aus. Bestätigen Sie den Zugriff im Browser und kopieren Sie den generierten Token zurück in das Terminal des Raspberry Pi.
  2. Konfigurationspfad prüfen: Ermitteln Sie den Pfad Ihrer rclone-Konfiguration mit rclone config file. Falls Ihr Benutzername nicht «pi» lautet, müssen die Pfade im folgenden Skript angepasst werden.
  3. Backup-Skript erstellen: Erstellen Sie die Datei mit nano ~/rclone-backup.sh. Kopieren Sie den Code ausschliesslich aus einem Code-Editor, um Syntaxfehler durch «Smart Quotes» zu vermeiden:
    #!/bin/bash
    REMOTE="gdrive"
    BASE_PATH="Backups/RaspberryPi"
    DATE=$(date +%Y-%m-%d)
    RCLONE_CONF="/home/pi/.config/rclone/rclone.conf"
    TMP_DIR="/tmp/pi_backups"
    
    mkdir -p $TMP_DIR
    
    do_backup_archived() {
        local src_path=$1
        local sys_name=$2
        local archive_name="${sys_name}_${DATE}.tar.gz"
        echo "--- $sys_name ---" >> /home/pi/backup_log.txt
        sudo tar -czf "$TMP_DIR/$archive_name" -C "$(dirname "$src_path")" "$(basename "$src_path")" 2>> /home/pi/backup_log.txt
        sudo rclone --config "$RCLONE_CONF" move "$TMP_DIR/$archive_name" "$REMOTE:$BASE_PATH/$sys_name/" --quiet
        sudo rclone --config "$RCLONE_CONF" delete "$REMOTE:$BASE_PATH/$sys_name/" --min-age 90d --quiet
    }
    
    echo "BACKUP PROTOKOLL VOM $DATE" > /home/pi/backup_log.txt
    do_backup_archived "/var/lib/homebridge" "Homebridge"
    do_backup_archived "/home/pi/matter-data" "Matter"
    do_backup_archived "/etc/netbird" "NetBird"
    do_backup_archived "/etc/fr24feed.ini" "Aviation"
    rm -rf $TMP_DIR
  4. Automatisierung: Machen Sie das Skript mit chmod +x ~/rclone-backup.sh ausführbar. Öffnen Sie die Crontab mit sudo crontab -e und fügen Sie hinzu: 0 3 1 * * /home/pi/rclone-backup.sh.

Schritt-für-Schritt: Wiederherstellung (Restore)

Falls die SD-Karte getauscht und das OS neu installiert wurde, gehen Sie wie folgt vor:

  1. rclone neu verbinden: Führen Sie Schritt 1 der Backup-Einrichtung erneut aus, um den Pi mit Google Drive zu autorisieren.
  2. Backup-Datei laden: Suchen Sie die gewünschte Datei in der Cloud und laden Sie diese herunter: rclone copy gdrive:Backups/RaspberryPi/Homebridge/Homebridge_202X-XX-XX.tar.gz .
  3. Daten entpacken: Stellen Sie die Dateien direkt in das Root-Verzeichnis wieder her:
    sudo tar -xzf [DATEINAME].tar.gz -C /

Hinweise

Achten Sie darauf, dass Dienste wie Homebridge vor dem Restore gestoppt werden sollten, um Dateikonflikte zu vermeiden.

Fazit

Durch die Trennung von Betriebssystem und Konfigurationsdaten ist ein SD-Karten-Fehler kein Desaster mehr. Mit rclone und dem beschriebenen tar-Befehl ist das System in unter 15 Minuten wieder einsatzbereit.

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