Einleitung
Wenn eine Ubuntu-Version ihr «End-of-Life» (EOL) erreicht, werden die regulären Paketquellen abgeschaltet. Versucht man nun Updates zu installieren oder neue Software nachzuladen, erhält man lediglich «404 Not Found»-Fehler. Die Dateien wurden jedoch nicht gelöscht, sondern auf einen Archiv-Server verschoben.
Dieses Tutorial zeigt, wie Sie die sources.list so anpassen, dass Ihr System wieder Zugriff auf diese Pakete erhält.
Voraussetzungen:
- Ubuntu-System im EOL-Status
- Root- oder Sudo-Rechte
- Internetzugang
[BILD 1: Terminal-Fenster mit typischen 404-Fehlermeldungen bei apt-get update]
Überblick
Nach der Anpassung der Paketquellen erreichen wir folgendes Ergebnis:
- Wiederherstellung der Paket-Installation
- Möglichkeit zum Upgrade auf neuere Versionen
- Zugriff auf das Archiv unter
old-releases.ubuntu.com
Schritt-für-Schritt Anleitung
- Sicherheitskopie erstellen
Bevor Systemdateien automatisch bearbeitet werden, ist ein Backup Pflicht. So kann der Originalzustand jederzeit wiederhergestellt werden.Befehl:
sudo cp /etc/apt/sources.list /etc/apt/sources.list.backup - Quellen umschreiben (Suchen & Ersetzen)
Anstatt jede Zeile manuell zu editieren, nutzen wirsed. Dieser Befehl ersetzt alle Vorkommen vonarchive.ubuntu.com(auch länderspezifische wiede.archive...) undsecurity.ubuntu.comdurch die neue Adresseold-releases.ubuntu.com.Code-Anpassung:
Pfad: Terminal
Aktion: Ausführensudo sed -i -re 's/([a-z]{2}\.)?archive.ubuntu.com|security.ubuntu.com/old-releases.ubuntu.com/g' /etc/apt/sources.list[BILD 2: Screenshot der sources.list vor und nach der Bearbeitung]
- Paketlisten aktualisieren
Nun muss dem lokalen Paketmanager die neue Struktur bekannt gemacht werden. Die Fehlermeldungen sollten verschwinden.sudo apt-get update - System aktualisieren
Führen Sie nun das Upgrade durch, um den letzten verfügbaren Stand der EOL-Version zu erhalten.sudo apt-get dist-upgrade
Wichtige Hinweise & Stolperfallen
Keine Sicherheitsupdates: Seien Sie sich bewusst, dass EOL-Versionen auch über
old-releaseskeine neuen Sicherheitsupdates erhalten. Das System ist potentiell unsicher. Nutzen Sie diesen Weg primär, um Software zu retten oder einen Zwischenschritt für ein Upgrade auf eine unterstützte Version durchzuführen.
Drittanbieter-Quellen: Der Befehl
sedbearbeitet nur die Hauptquellen. PPAs oder externe Repositories in/etc/apt/sources.list.d/müssen eventuell manuell deaktiviert oder angepasst werden, falls diese ebenfalls offline sind.
Ergebnis & Fazit
Das System ist nun wieder in der Lage, Pakete zu laden. Dies ist oft der rettende Anker für alte Server oder Legacy-Anwendungen, die nicht sofort migriert werden können. Langfristig sollte jedoch immer ein Wechsel auf eine aktuelle LTS-Version angestrebt werden.



