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ESXi: Bildschirmauflösung für macOS und Windows VMs erzwingen

admin
3 min Lesezeit
ESXi: Bildschirmauflösung für macOS und Windows VMs erzwingen

Einleitung

Wer virtuelle Maschinen auf ESXi betreibt, kennt das Problem: Die Standardauflösung ist oft zu niedrig (z. B. 800×600) oder lässt sich über die Systemeinstellungen des Gastsystems nicht auf den gewünschten Wert (z. B. Full HD) einstellen. Besonders bei macOS-Gästen oder Windows-Servern ohne physischen Monitorausgang ist dies hinderlich für die Fernwartung.

Dieses Tutorial zeigt, wie Sie die Auflösung sowohl für macOS als auch für Windows auf Hypervisor-Ebene oder durch Tools erzwingen.

Voraussetzungen:

  • Zugriff auf vSphere Client / ESXi Web Interface
  • Installierte VMware Tools auf der VM (Zwingend erforderlich)
  • SSH-Zugriff auf den Host (optional für .vmx Bearbeitung)

[BILD 1: Split-Screen Darstellung: Links macOS Desktop, rechts Windows Desktop in einer VM-Konsole]

Überblick

Wir behandeln zwei unterschiedliche Vorgehensweisen:

  • macOS: Nutzung eines Kommandozeilen-Tools innerhalb der VM.
  • Windows: Anpassung der virtuellen Grafikkarte und der VMX-Konfigurationsdatei.

Schritt-für-Schritt Anleitung

A. macOS VMs anpassen

  1. VMware Tools sicherstellen
    Ohne die Tools fehlen die nötigen Grafiktreiber und Utilities. Prüfen Sie im vSphere Client unter «VM» > «Install VMware Tools», ob diese aktuell sind.
  2. Auflösung setzen
    Öffnen Sie das Terminal in der macOS VM (Cmd + Leertaste > Terminal). Nutzen Sie das Tool vmware-resolutionSet. Der Pfad muss aufgrund der Leerzeichen maskiert werden.

    Befehl (Beispiel für 1920×1080):
    sudo /Library/Application\ Support/VMware\ Tools/vmware-resolutionSet 1920 1080
  3. Bestätigung und Neustart
    Geben Sie Ihr Administrator-Passwort ein. Starten Sie die VM neu, um sicherzustellen, dass die Einstellung persistent bleibt.

B. Windows VMs anpassen

  1. Grafikeinstellungen im vSphere Client
    Fahren Sie die VM herunter. Klicken Sie rechts auf die VM > «Einstellungen bearbeiten». Navigieren Sie zu «Grafikkarte».
    Wählen Sie «Einstellungen manuell festlegen» und aktivieren Sie «3D-Unterstützung» (falls verfügbar/benötigt) sowie «Gesamter Videospeicher» auf einen ausreichenden Wert (z. B. 16MB oder mehr für hohe Auflösungen).

    [BILD 2: Screenshot der Grafikkarten-Einstellungen im vSphere Client]
  2. VMX-Datei manuell editieren
    Für erzwungene Auflösungen ist oft der direkte Eingriff in die Konfigurationsdatei nötig. Laden Sie die .vmx Datei der VM herunter oder bearbeiten Sie diese via SSH.

    Parameter hinzufügen/ändern:
    svga.vramSize = "20971520" svga.maxWidth = "1920" svga.maxHeight = "1080" svga.numDisplays = "1"
    Erklärung:
    vramSize: Speicher in Bytes (hier ca. 20 MB).
    maxWidth/Height: Die gewünschte Auflösung.
    numDisplays: Anzahl der Monitore.
  3. Inbetriebnahme
    Laden Sie die VM-Konfiguration neu (oder registrieren Sie die VM neu, falls via SSH editiert wurde) und starten Sie Windows. Die Auflösung sollte nun verfügbar sein.

Wichtige Hinweise & Stolperfallen

Videospeicher (VRAM): Wenn Sie sehr hohe Auflösungen (4K) nutzen wollen, müssen Sie den Wert svga.vramSize deutlich erhöhen, da sonst Grafikfehler auftreten oder die Auflösung verweigert wird.

VMware Tools Status: Sollte sich die Auflösung unter Windows trotz VMX-Anpassung zurücksetzen, installieren Sie die VMware Tools neu («Repair»-Installation).

Ergebnis & Fazit

Durch diese Anpassungen erhalten Sie eine scharfe, arbeitsfähige Arbeitsfläche in Ihren virtuellen Maschinen, unabhängig davon, ob ein physischer Monitor erkannt wird oder nicht. Dies verbessert die Usability bei RDP- oder VNC-Verbindungen erheblich.

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